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Artikel Tagged ‘Esoterik’

Homöopathische Omni-Potenzen

17. Oktober 2011 24 Kommentare

Der Artikel klingt nach Satire. Scheint aber ernst gemeint: Wenn die Frau keinen Oralsex mag, macht man sie einfach mit Homöopathie gefügig. Wozu sollte man(n) das auch respektieren? Für und gegen alles gibt es doch Glaubuli! Und die Frau hat gefälligst willig zu sein und immer und für alles zur Verfügung zu stehen.

Viele Frauen haben im Sprachgebrauch, ich muss den ganzen Tag soviel leisten, und abends soll ich noch die Beine breit machen, oder muss DEM am Ende noch einen Blasen

Aber wozu gibt es diese Tintenviecher, Sepia? Klar: Potenzierte Tinte macht bei der Frau Bedarf nach Tinte. Oder so ähnlich. Würde passen. Und das hilft! Nämlich:

Aus der Lust am Mann aufzuschauen, entsteht Lust seinen Mann zu verwöhnen, und den Inbegriff seiner Männlichkeit zu verwöhnen.

Alles klar? Und damit frau sich nicht so vergewaltigt fühlt, kann sie Staphisagria einwerfen. Staphisagria klingt gut, ist aber einfach nur ein Rittersporn.

Staphisagria ist ein Heilmittel, wenn man immer wieder in sexuelle Situationen kommt, in denen man sich erniedrigt fühlt, in denen man sich vergewaltigt fühlt, in denen man sich verletzt fühlt, in denen man sich betrogen fühlt, in denen man zum Opfer wird.

Klingt nach der homöopsychopathischen Version der KO-Tropfen.

Auf jeden Fall wird hier anschaulich die gerne verbreitete Sichtweise der „sanften Homöopathie“ in ein reales Licht gerückt. Statt Sanftheit die Rückbesinnung auf „uralte“ Ansichten zur ständigen Verfügbarkeit für sexuelle Dienstleistungen – paläopatriarchale Urständ gegen ein auch sexuelles Selbstbestimmungsrecht für Frauen. Also bleibt alles hübsch beim Uralten, Bewährten: mann braucht die Bedürfnisse der Frau nicht respektieren – dies umso mehr, als frau dies ja offenbar im homöopathologischen Weltbild nicht einmal selbst darf. Sollten dadurch dann doch sexuelle Traumata bei einer Frau entstehen, werden diese mit weiteren Zuckerpillen „therapiert“. Wer heilt, hat will Recht behalten.

Wer uns da nach immerhin Jahrhunderten des Kampfes um Frauenrechte in die Höhlenexistenz zurückhomöopathisieren möchte, ist tatsächlich eine Frau! Ihr Blog ist angefüllt mit Geschwurbel über diese Unmedizin und mehr. Denn da ist noch der Hof Hutmacher, wo diese Unheilpraktikerin (welche sich unter anderem von der mittlerweile verstorbenen Anita Petek-Dimmer inspirieren lässt) unter dem Motto „Mut – Intuition – Heilung“ (Fern-)Kurse, von ihr auch „Lehrgänge“ genannt, anbietet. Da wäre zu nennen -natürlich- Kurse in Homöopathie (Nichtbehandeln für Einsteiger kostet 320 Euro). Pendeln (€ 250,-), Engel (eine Woche € 280,-, dafür sind es aber auch ERZengel), Aufstellungen (Grundkurs fünf Monate € 2500,-) – alles, was das Eso-Herz begehrt! Auch Aufstellungen mit Tieren gibt es. Die Assoziation nach dem o.g. Blogbeitrag ist ziemlich unappetitlich.

Klingt so, als könne man prima davon Leben. Wenn  sie jedoch so viel Erfolg hat, wie das Gästebuch vermuten läßt (mit max. zwei Einträgen im Jahr), dann braucht sie Glaubuli mit Nihil C200. Damit sie nicht verhungert.

Esoterische Sauereien

23. September 2011 20 Kommentare

Daniel dringt in Wilma ein. Unter geradezu obszönen Lautäußerungen. Bestens geeignet, einen von diesen Filmen zu synchronisieren, die natürlich noch nie jemand angeschaut hat.

Widerlich und pornographisch, dieser Bockmist, den Daniel Kreibich da sülzt. „Und die Macht des Diamanten der Ewigkeit ist in Dir!“ – Der „Diamant der Ewigkeit“ dürfte dieses Glasdings sein, mit welchem er da herumspielt, während er dreinschaut, als habe er ziemlich harten Stuhlgang.

Eine ganz normale Sendung auf „Astro TV„, bei der sich esoterikabhängige (meist mittelalte weibliche) Menschen telefonisch das Geld aus der Tasche ziehen lassen, in dem sie sich von irgendwelchen Schleimern derartigem Dummfug anhören und zum Teil dann hoch verschulden.

Screenshot Astro-TV-Shop. Der Sender Astro-TV hat auch den zum Prinzen Schaumschläger Schaumburg-Lippe zurechtadoptierten Juristen Mario-Helmut Wagner im Angebot. Der angebliche „I-Ching-Spezialist“ verscheuert Duftwässer (zum Preis von Luxusparfüms), die zum Beispiel reich machen sollen. Bei hundert Euro für 60 ml „Reichtum Royal Elixier“ vermuten wir, dass reich zu werden besser geht, wenn man spart. Vor allem sich sowas.

Die meisten der, äh, „Moderatoren“ der Billigstesoterik vermarkten über die Internetpräsenz des Senders fragwürdigen und vor allem teuren Schnickschnack. Bei Kreibich tauchen beispielsweise verschiedene „Diamanten“ mit irgendwelchen angeblichen Eigenschaften auf. Diese „Diamonds of Eternity“ entpuppen sich erst bei ganz genauem Blick auf die Produktbeschreibung als verschieden eingefärbte Gebilde aus popeligem Glas. Aber das macht nichts, denn diese als Diamanten angepriesenen Glasdinger wurden zuvor an einem Kraftort des Herrn Kreibich mit der Energie von Bermuda verbunden. Danach sind sie Medium. (Was passiert wohl, wenn man statt „Medium“ „Well done“ verlangt?)

Ansonsten bietet der Shop für das nötige Kleingeld, naja, eher Großgeld, alles, was man als Laien-Eso so benötigt. Kristallkugeln, Tarotkarten, Energiesteine, Kristallschädel. Zu vermuten ist, dass zumindest die Käufer_innen einen Schädel aus Kristall haben, denn hier wird noch nicht einmal viel geschwurbelt, um die angeblichen Wirkungen Krimskrams zu erklären.

Das „Engel-Set Glaube, Liebe, Hoffnung“ würde sicherlich sehr gut zu der „Essenz“ des Suppenanbeters Jürgen Fliege passen, denken wir. Der ehedem beste Freund der Fliege allerdings, Hellseher Winfried Noé, schafft auch bei der Firma Questico, dem Eso-Konzern. Zu welchem Astro-TV gehört. Und Noé hatte das Pech, nicht vorausgesehen zu haben, daß der Fliegenpfarrer ihm die Schnalle ausspannen würde. Nu is er sauer auf ihn.

Leider ist der Unterhaltungswert des Senders arg begrenzt. Die „Beratungen“ verbleiben in Allgemeinplätzen, und selbst der unterhaltsamste, weil bekloppteste Schauspieler Kreibich liefert unkreativ wenig Abwechslung, so dass seine Lächerlichkeit bald nur noch zum Weinen ist.

What’s the harm?

15. September 2011 21 Kommentare

Wenn, ja wenn man einen, der die so genannten alternativen Heilmethoden verteidigt, einmal dahin gebracht hat, einzugestehen, dass nichts dran und nichts drin ist, und er sich nicht weiter zu helfen weiß, dann zieht er oft diese Reißleine: „Aber zumindest schadet es nichts, oder?“ – – – ganz abgesehen von der Ironie, die darin liegt, dass der ganze Popanz, der eben noch in kosmischen Großartigkeiten und weltenstürzenden Paradigmenwechseln aufstolziert ist, jetzt zu einer Banalität zusammenfällt – schadet es wirklich nichts?
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Sibylle Berg über Esoteriker

24. April 2011 3 Kommentare

Das GWUP-Blog hat schon darüber berichtet. Aber doppelt genäht hält besser – vor Allem ist es der Artikel wert. Sibylle Berg schreibt mit erfrischender Offenheit:

Sie finden sich furchtbar, und das zu Recht!

Ich rate Ihnen, brechen Sie schnell jede Beschäftigung mit Esoterik ab! Fast alle Gurus, Rückführungsgruppenleiter, Heiler, Seher, Rutengänger und Feuerspringer sind die Hedgefondsmanager 2.0. Hören Sie bloß auf, sich ständig nur mit sich selbst zu beschäftigen.

Hier gehts zum Artikel.

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Dreigliederung

28. Februar 2011 16 Kommentare

Unter anthroposophischen Enthusiasten von Steiners Ideen der ‚Sozialen Dreigliederung‘ gibt es manchmal die Tendenz, ihre eigenen sozialen Visionen mit den Idealen und Praktiken der ursprünglichen Dreigliederungsbewegung und der ersten Generation der Steineranhänger zu vermischen. Das Verhältnis zwischen Demokratie und sozialer Dreigliederung ist ein gutes Beispiel. Heutige Anhänger der Dreigliederung favorisieren im Allgemeinen diverse alternative Formen von Demokratie, ohne sich bewusst zu sein, wie anti-demokratisch das ursprüngliche Dreigliederungssystem war.

Steiners Konzept einer dreigegliederten Gesellschaft entwickelte sich zunächst gegen Ende des ersten Weltkrieges als deutsch-österreichischer Gegenentwurf zu westlichen Vorbildern von Demokratie und nationaler Selbstbestimmung, insbesondere wie von Wilson propagiert, während gleichzeitig das bolschewistische Modell Lenins entschieden zurückgewiesen wurde. Eine der Grundideen der Dreigliederung ist, dass die drei von Steiner erkannten Sphären des sozialen Lebens, nämlich Politik, Wirtschaft und Kultur, durch unterschiedliche Prinzipien bestimmt werden sollten: Gleichheit im politischen Bereich, Brüderlichkeit im Bereich der Wirtschaft und Freiheit im kulturellen Bereich.

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Armer schwarzer Kater

16. Dezember 2010 10 Kommentare

Professor Wallach von der Frankfurter Europa-Universität Viadrina ist traurig, weil es einen „Haut-die-Homöopathie-und-alle-Spinner-in-die-Pfanne“-Zug in Deutschland gibt. Da hatten sich doch wirklich ein paar überregionale Zeitungen erdreistet etwas Wahres, jenseits des Ganzheitsgeschwurbels, über die neoschamanistische Alternativheulermedizin zu schreiben. Es gibt eine Erwiderung (Link) zum „Magie im Hörsaal“-Artikel vom August aus der SZ. Die ist putzig, enthält herrliche Stilblüten, keine Wirksamkeitsnachweise, das übliche Big-Pharma-Bashing und den lustigen Vorwurf, dass Wissenschaftler und die Kritiker der Husch-Fuschi-Medizin fundamentalistische Dogmatiker sind.
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Homöopathie in der „Zeit“

13. Dezember 2010 15 Kommentare

Den sehr lesenswerten Homöopathieartikel aus der letzten Printausgabe der „Zeit“ kann man jetzt auch im Netz abrufen:
Die Zeit: Glauben und Globuli.

Glauben und Globuli

Die Homöopathie wird leidenschaftlich geschmäht und geliebt. Was die Schulmedizin von ihr lernen kann

Vertrauen. Vielleicht muss man zunächst einmal von Vertrauen erzählen, wenn man das Erfolgsgeheimnis der Homöopathie ergründen möchte. Wenn Vera Bode (Name geändert) vor ihrer Ärztin und Homöopathin Jutta Hübner sitzt, ist das Vertrauen der Patientin fast körperlich spürbar. Die beiden kennen sich schon lange Jahre, und Bode, eine selbstbewusste Frau Anfang 50, weiß, dass ihrer Ärztin all ihre Gesundheitsprobleme vertraut sind. Wenn die beiden miteinander reden, erinnert das eher an ein Gespräch unter Freundinnen als an das übliche Ritual im Sprechzimmer….

Der Italiener und das Wunderwasser Lauretana

17. Oktober 2010 18 Kommentare

Ich war vor ein paar Tagen bei meinem Lieblingsitaliener „S“. Überraschung: Dort gabs ein neues Mineralwasser: Lauretana für 4,30 die Flasche. Hörte sich immerhin italienisch an.

Stolzer Preis dachten wir, das muss ja ein Superwasser sein, mal gucken. Das Wasser war gut gekühlt und schmeckte entsprechend auch ganz prima, erreichte aber nicht ganz Pellegrino-Niveau. Die Plastikflasche machte dagegen einen eher ähh abtörnenden – profanen Eindruck, aber Pellegrino gabs dort zuletzt auch nur in Plastik. Aber ein streifender Blick aufs Etikett elektrisierte mich sofort und ein eiskalter Schauer kroch langsam meinen Rücken hoch und erfasste sogar meine langsam sich aufrichtenden Nackenhaare während mein Mund auf einen Schlag trocken wurde: das leichteste Wasser Europas stand da und 60.000 Ohm. 60.000 Ohm-Wasser? Soviel? Boaah Eh! Und …

Wasser mit hohem elektrischen Widerstand wird nach Professor Vincent vom Organismus leichter aufgenommen.

Aha. Demnach müsste also destilliertes Wasser … Ich will aber doch gerade Mineralwasser, aber egal. Mit Brille Mehr…

Zweiundvierzig oder: Wenn die Wal-Matrix übertragen wird.

8. Oktober 2010 21 Kommentare

Übermorgen ist es so weit:

Wussten wir es doch. Da ist eine Frage zu der Frage aller Fragen nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest, deren Antwort lautet: 42. Und diese Frage zu dieser Antwort lautet:

HÄH?

Am 10/10/10 durchläuft die Erde das erste von drei Sternentoren, das der Menschheit und der Erde tief greifende Wandel und Veränderungen bringen wird. Nach dem Abschluss von diesen drei Sternentoren im Dezember 2012 wird die Erde in das goldene Zeitalter des Lichts und des Friedens eintreten, und die Menschheit wird bereitstehen, um ein Teil dieses großen Wandels zu sein.

Aha. Die Erde geht da durch ein Tor durch einen Stern hindurch und schließt hinterher, wenn sie durch alle drei Tore durch ist, wieder ab. So weit, so schlecht. Wenn denn nun ein Stern groß genug ist, dass die Erde dort hindurch passte, dann würde die Gravitation unseren schönen Planeten doch schon lange vorher zerlegen. Aber bei Esos ist ja alles möglich.

Wir haben uns zusammengetan, um die Energie für diesen Wandel in Zusammenarbeit mit dem Volk der Wale und Delfine und den Meereswesen in Südafrika, Mexiko und Australien zu halten. Wir laden Euch ein, am 10. Oktober bei dieser Meditation mitzumachen, damit die aufsteigende Energie zu diesem Zeitpunkt weltweit feierlich begangen werden kann!

Wie habt die das denn angestellt, sich mit denen abzusprechen? Sind die ins Meer herunter und haben gegrunzt oder geblubbert in der Hoffnung, die schweren Dieselmotoren der Containerschiffe zu übertönen, oder haben die die Motoren telepathisch gezwungen, ihre Botschaften zu funken?

Warum steigt die Energie überhaupt auf? Die Sterne sind doch da draußen?

Das erste Sternentor am 10/10/10 heißt der „Stern des Meeres“ oder „Stella Maris“, da es die Rückkehr des Shekinahlichts von der göttlich weiblichen Energie zu den Meeren feiert. Zur gleichen Zeit werden die Wale, welche die Walhüter von der Akashachronik der Erde sind, eine Energiematrix aktivieren, welche die Prägung für den neuen Menschen unterstützen wird, der im goldenen Zeitalter des Friedens und der Einheit auf dem Planeten entstehen wird. Die Delfine werden in ihrer Rolle als Meisterhüter der DNS bei der Aktivierung von den neuen DNS – Kodierungen und Lichtsequenzen behilflich sein, welche die neuen Kodierungen in die menschliche DNS und die Akasha des Planeten hinein „schreiben“ werden.

Leute, dieses Kryongeschwurbel…. die Antwort ist viel einfacher, wenn Ihr 101010 als Binärzahl nehmt. Aber das ist wohl nicht esoterisch genug.

Dalai Lahmarsch

19. Mai 2010 21 Kommentare

Der exilierte Gottkönig von Tibet und Friedensnobelpreisträger wird insbesondere wegen seiner „Weisheit“ vor allem im Westen verehrt. Diese Weisheit äußert sich unter anderem folgendermaßen:

„Ein Bewusstsein wird dadurch bestimmt, dass ein Objekt erscheint, unabhängig davon, wie das Objekt erscheint, korrekt oder falsch. Zum Beispiel tritt bei einem Bewusstsein, das fälschlich an inhärente Existenz glaubt, die Erscheinung von inhärenter Existenz auf. Da diese Erscheinung dem Bewusstsein tatsächlich erscheint, wird gesagt, dass es in Bezug auf diese Erscheinung gültig ist; es wird sogar gesagt, dass es eine unmittelbar wahrnehmende gültige Erkenntnis in Bezug auf diese Erscheinung ist. Somit ist selbst ein verkehrtes Bewusstsein, das an die inhärente Existenz seines Objekts glaubt, gültig in Bezug auf die Erscheinung von inhärenter Existenz.“ (taz)

Bestes Geschwurbel. Und: „Wir leben nicht, um zu glauben, sondern um zu lernen…“ – Aber an einen Gottkönig sollen wir glauben, anstatt zu lernen, dass es keine Götter gibt? Der arme, besitzlose Mönch mit der Rolex am Handgelenk, der hobbymäßig Uhren repariert, die er gar nicht besitzen dürfte, steht einem nicht mehr als solchem existierenden Staat Tibet vor, in welchem unter den so friedfertigen Lamas bis tief in das soeben vergangene Jahrhundert Dieben schon mal die Augen ausgestochen wurden. Noch zur Regierungszeit des derzeitigen Gurumonarchen wurden jedenfalls gerne zur Strafe Nasen abgeschnitten, Augen ausgestochen und Hände abgehackt.

Tibet war ein feudalistischer Staat mit Leibeigenschaft und einem mittelalterlichen Rechtssystem.

Der Chef, pardon, seine keusche Heiligkeit, der Dalai Lama, wird jeweils bei Bedarf, also nach dem Tod des bisherigen, von einer „Expertenkommission“ aus Mönchen gesucht. Sie suchen nach der nächsten „Inkarnation“ des Sönam Gyatsho, welcher seinerseits den Titel „Dalai Lama“ recht profan vom damaligen Mongolenherrscher Altan Khan verliehen bekam. Wenig spirituellen Ursprungs zwar, aber dies wird heutzutage gerne ignoriert. Der dabei gewonnene Junge (Mädchen sind, ähnlich wie bei der katholischen Kirche, grundsätzlich nicht erleuchtungs-, aber begattungsfähig) muß zwar noch ein paar Prüfungen bestehen, ehe er angenommen wird, doch unabhängige Beobachter sind bei diesen nicht zugegen, ehe das Kind seiner Mutter entrissen wird.

Dass der derzeitige gütige Dauergrinser auch an derartigen Unfug glaubt wie das unterirdische Reich „Agharta“ (was er mit der rechtsesoterischen Thule-Gemeinschaft gemein hat) hindert auch niemanden, der sein kryptisches Geseihere zu verstehen glaubt, ihn zu verehren. Besonders beliebt ist er in der Hausfrauenesoterik, aber auch zur Theosophischen Gesellschaft, die auf die durchknallte Esoterikerin und Rassistin Helena Blavatsky zurückgeht, hat er gute Kontakte. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt…