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Artikel Tagged ‘Homöopathie’

Die Freiburger Erklärung zur Homöopathie. Ein Aufruf.

26. März 2016 10 Kommentare

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Wir wissen: ein Aufruf, eine Petition zu unterschreiben ist eher ätzend. Aber es ist ja keine der üblichen Empörungs-Petitionen Marke Durchlauferhitzer, sondern eine Erklärung. Eine, die es in sich hat.

Anfang Februar wurde das Netzwerk Homöopathie gegründet. Es gab ein erfreuliches Presseecho, selbst die Speerspitze der Schleifer scharfer Gedanken, Prof. Dr. Harald Walach, sah sich genötigt, einen Nottrieb zu entwickeln und in einem Textaustausch mit dem Mitbegründer Norbert Aust zähflüssig opakes Textmaterial dazu abzusondern. Lesenswert, so man sich für die Geschichte der Universitäten, speziell der Abteilung Rhetorik interessiert. Man war der Überzeugung, eine denkökonomische Erklärung ersetze allemal schnöde Realität. Ein Fossil dieser Geschichte ist nicht nur der Satz „Wer heilt, hat recht!“, sondern auch der Herr Prof. Dr. W. Aber das nur am Rande.

Jedenfalls: die Freiburger Erklärung hat bisher lediglich 912 Unterzeichner (Stand: 25.3.2016). Das ist deutlich zu wenig, angesichts der wirklich sehr, sehr guten Forderungen. Magisches Denken gehört nun mal weder in die Wissenschaft noch in Sozialsysteme. Man kann anderer Ansicht sein und auch das Fliegen auf Besen wieder rehabilitieren wollen. Wer das nicht will, dem sei empfohlen, diese Erklärung zu zeichnen. Selbst bei allem Widerwillen gegen Petitionen.

Hier geht es zum Unterzeichnen.

 

Homöopathie, oder der Wahnsinn in Zeiten der Moderne

1. März 2016 31 Kommentare

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„Offener Brief: Kampf der Ideologen gegen die Homöopathie“

 

So titelt ein äh offener Brief, den man besser nicht geöffnet hätte:

Verfasser sind Monika Gerhardus, 1. Vorsitzende UDH Hessen und Dr. rer. nat. Klaus Zöltzer 2. Vorsitzender UDH Hessen (UDH = Union Deutscher Heilpraktiker)

Weil das ja ein offener Brief ist, darf man das wohl sagen. Auch, dass ein Vor- oder Zweitsitz nichts an der Realität ändert, außer vielleicht an der Stuhlhöhe.

“Wer offen für alles ist, kann nicht ganz dicht sein” – ein Spruch, der etwas abgegriffen ist; aber ernsthaft: was könnte es besser treffen? Homöopathen vertreten eine Sichtweise der Welt, wie sie vor 200 Jahren noch als mittelinteressante Hypothese hätte durchgehen können. Doch selbst da gab es schon den ersten doppelblinden Versuch, der auch heutigen Standards entspricht: den Nürnberger Kochsalzversuch. Auch damals war es nicht zwingend, leicht gaga zu sein. Inzwischen haben wir Thermometer, mit denen wir die Körpertemperatur messen können (Hahnemann kannte das nicht), wir wissen, was Bakterien sind, wie Viren funktionieren, können gar Gensequenzen entschlüsseln, kennen extrem komplexe Zusammenhänge in der Zellstruktur, können einzelne Moleküle identifizieren, und wir wissen oft, was das eine mit dem anderen macht und noch viel, viel mehr. All das ficht Homöopathen nicht an, selbst wenn sie eine wissenschaftliche Ausbildung hatten. Es tropft alles ab am Teflon der Überzeugung, eine tiefere Erkenntnis geistartiger Art zu haben, obwohl selbst Hahnemann nur von Symptombehandlung sprach; eine tiefere Erkenntnis gar ausschloss. Wer sich für diesen Kindergarten des Denkens interessiert: Ist nicht verboten. Aber behauptet bitte nicht, dass das irgendwas mit Wissenschaft zu tun hätte.

Aber so sind sie, unsere heutigen Überzeugungsglaubulisierer: Sie unterstellen denen, die nach schlichten Belegen fragen, Irrationalität, während sie selbst glauben, ein Stoff wirke umso mehr, je weniger davon da ist. Aber nur, wenn man ihn passend auf einen ledernen Buchrücken schlägt. Oder die Kundschaft nach dem Tapetenmuster ihres Kinderzimmers in ihrer Babyphase fragt, um dann eine Sepsis zu übersehen. Ganzheitlich halt.

Man kann blutweinende Madonnen anbeten, sich nackt selbstpeitschend zu einer Wüstendurchquerung aufmachen. Alles kein Problem. Aber bitte, liebe Homöopathen, behauptet doch nicht, dass das irgendwas mit Wissenschaft zu tun hätte. Mehr…

Nobelpreisverdächtige Homöopathen

11. September 2015 20 Kommentare

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Prof. Edzard Ernst (wohl jedem bekannt, der schon einmal versucht hat, sich über die „alternative Medizin“ eine Meinung zu bilden) hat sich über den kürzlichen Betriebsunfall der Homöopathen bei der Erkundung neuer Welten so seine Gedanken gemacht und einen Vorschlag unterbreitet. Einer seiner Leser hat ihn ins Deutsche übersetzt; und – hier ist er:

Die Geschichte ist überall zu lesen: Für 29 deutsche Homöopathen endete ein Kongress am letzten Wochenende im Krankenhaus, nachdem sie die starke halluzinogene Droge 2C-E – auch bekannt als Aqua-Rust – eingenommen hatten.
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Ebola? Da haben wir etwas für Sie…

9. August 2014 21 Kommentare

 

…schließlich sind wir gestandene Homöopathen! Und es ist gar nicht so schwer, man beherzige nur die folgenden Regeln:

 

Ist ein Ausbruch in der Nähe zu befürchten, dann nehmen Sie vorbeugend Crotalus horridus C30 (aus Amerikanischer Waldklapperschlange), einmal täglich, bis sich die Bedrohung verzogen hat.

Hat sich jemand infiziert, gebe man zunächst einmal eine Dosis Crotalus horridus C30 stündlich. Im übrigen empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

Bei Schluckbeschwerden wegen Krämpfen und Verengungen im Kehlbereich, tiefdunklem Blut, ödematösen purpurfarbenen Hautausschlägen gebe man weiterhin Crotalus horridus C30.

Bei nervösem Zittern, Artikulationsschwierigkeiten, Abgeschlagenheit, aufgetriebenem und geschwollenem Gesicht und schwärzlichem Erbrechen ziehe man Bothrops C30 (aus Lanzenottern) in Betracht.

Treten Delirium mit Zittern und Verwirrtheit und verbreitete Blutungen auf, empfiehlt sich Lachesis muta (Buschmeisterschlange) C30.

Bei Auftreten von großflächigen Blutungen, Delirium, Kopfschmerz bei erhitzten Wangen, Lichtempfindlichkeit, schwärzlichen geschwollenen Lippen, metallischem, salzigem oder bitterem Geschmacksempfinden wähle man Mercurius corrosivus C30 (Quecksilbersublimat).

Bei Aussickern von dünnem, schwärzlichem Blut mit durchdringendem Geruch, kalter Haut und Kribbeln in den Gliedmaßen greife man zu Secale cornutum C30 (Mutterkorn).

Kommt es zu Sepsis, übelriechendem Auswurf und Schwellungen der Lymphknoten, so ist die Gabe von Echinacea C30 geboten.

 

Hier verabreichen Sie bitte Lachesis muta C 30:

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Das haben wir uns jetzt ausgedacht, ein geschmackloser Scherz, mit dem wir auf dem Boden eines furchterregenden Seuchenzuges unser antihomöopathisches Süppchen kochen, nicht wahr?

Weit gefehlt. Das ist das, was dabei herauskommt, wenn in ihrem Wahn in ihrer Lehre gefestigte Homöopathen anfangen, mit ihren komischen „Arzneimittelbildern“ über mörderische Viruserkrankungen nachzusinnen. Wer’s nicht glaubt, überzeuge sich selbst, denn:

 

joette„The symptoms of Ebola and other hemorrhagic fevers resemble those of malaria, dengue fever, yellow fever and viral hepatitis. In homeopathy, remedies are often chosen based on the symptom picture, so the remedies most often used for Ebola will be the same as for these other diseases.”

 

(Joette Calabrese, Homöopathin)

 

 

 

Und hier gleich noch eine akademisch-homoöpathische Hochpotenz:

„Dr. Vickie Menear, M.D. and homeopath, found that the remedy that most closely fit the symptoms of the 1914 “flu” virus, Crolatus horridus, also fits the Ebola virus nearly 95% symptom-wise! Thanks go to these doctors for coming up with the following remedies:

1. Crolatus horridus (rattlesnake venom) 2. Bothrops (yellow viper) 3. Lachesis (bushmaster snake) 4. Phosphorus 5. Merc. cor.“

 

„fits the Ebola virus nearly 95% symptom-wise“ – wann hat man je solch unwiderlegliche Beweise bestaunen können! Und so ganzheitlich!

Es wäre demnach alles ganz einfach: ein wenig Ähnlichkeitsgesetz, ein paar Schlangen aus dem amerikanischen Hinterland, ganz viel Verdünnen und Schütteln, und dann stündlich ein Kügeli. Man sieht sie förmlich vor sich, die entfesselten Homöopathen, wie sie an den Lagern der Schwerstkranken stehen, geschützt durch die mächtige Potenz der Klapperschlange, und wie sie den Siechen die Kügelchen unter die blutende Zunge schieben, aber bitte nur eine stündlich, sonst wird’s zu viel des Guten.

Geht es nur mir so, oder erinnert die Szene auch andere an das hier:

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Offensichtlich hat sich bis jetzt niemand im homöopathischen Lager bemüßigt gefühlt, solchen völlig verrückten Ideen mit einem einzigen Wort entgegenzutreten, geschweige denn diesen Saustall, der sich offenkundig in dieser Gedankenwelt breit gemacht hat, auszumisten. Krebs, Malaria, Dengue- und Gelbfieber – kein Gegner, dem man sich nicht gewachsen fühlte; da kam Ebola gerade recht für den ganzheitlichen Heilungsschmus.

Was Sie da oben gelesen haben, diese widerlichen, eingebildeten Ergüsse, sind die Frucht einer Saat, die unter anderem auch die berüchtigten „Homöopathen ohne Grenzen“ hervorgebracht hat, nur noch eine Schraubendrehung höher im Wahn. Zumindest von den letzteren ist im westafrikanischen Krisengebiet übrigens noch keiner gesichtet worden.

Aber vielleicht fehlt denen da auch nur eine Prise Vicia Faba C 30 – gegen das Muffensausen. Das wäre doch mal was!

Mit freundlichen Grüßen an http://scienceblogs.com/insolence/2014/08/01/homeopaths-and-ebola-virus-hemorrhagic-fever/, der die Anregung zu diesem Artikel gab.

Homöo-Akademie in Traunstein – Die nächste Runde

11. Dezember 2013 22 Kommentare

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Der Titel dieses Beitrags ist geklaut, und zwar vom Blog Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie. Dort beschäftigt sich Norbert Aust mit der geplanten Hochschule für Homöopathie in Traunstein (auch Psiram berichtete). Kürzlich wies er darauf hin, dass der angekündigte Bachelor-Studiengang nicht die Anforderungen für eine staatliche Zulassung erfülle. Unter anderem müssen nämlich die Lehrkräfte über ein abgeschlossenes Hochschulstudium verfügen, hauptberufliche Lehrkräfte müssen promoviert sein. Das Dozententeam, „das seinesgleichen sucht„, erfüllt diese Voraussetzungen nicht. Der „Fachbereichsleiter Grundlagen Homöopathie“ beispielsweise kann in seiner Vita zwar auf „viel Eigenstudium“ verweisen, versteht es, Krebs homöopathisch zu behandeln und hat den „unwiderlegbaren Zusammenhang“ zwischen Rötelnimpfung und Gelenkrheuma erkannt (Einzelheiten hier im Wiki), aber das nützt alles nichts: ihm fehlt der nötige Hochschulabschluss und der Hälfte der übrigen Dozenten auch. Der für 2014 angekündigte Beginn des Lehrbetriebs wäre deshalb womöglich rechtswidrig, erst recht die Vergabe von akademischen Graden. Mehr…

Tolzins Stuttgarter Impfsymposium mit etwas GNM

3. September 2013 27 Kommentare

Hans Tolzin bei der Anti Zensur Konferenz des Sektenführers Ivo Sasek

Ende September 2013 findet ja mal wieder ein Impfgegnertreffen statt, organisiert vom in der Szene bekannten Hans Tolzin.

Eine ganz wunderbare (beziehungsweise eher wunderliche) Veranstaltung, die sich von der heute üblichen Erwartungshaltung, von Experten auf Basis von Fakten informiert zu werden, in außerordentlicher Weise abhebt.

Es ist doch mal etwas anderes, wenn Leute, die nicht viel Ahnung vom Thema haben, frei von der Leber weg ihre subjektive Meinung zum Besten geben können.

Und wenn die Fakten nicht so passen: Schwamm drüber. Geht ja nur um das Leben anderer Leute.

Falls sich also jemand im Bereich Impfungen zu gut informiert fühlt, dem kann auf dieser Veranstaltung geholfen werden. Mehr…

Uraltes Wissen, diesmal zur Homöopathie

26. Juni 2013 44 Kommentare

„Hhom_MKomöopathie (griech.), ein von Samuel Hahnemann (s. d.) erfundenes Heilsystem, dessen Name nur zu verstehen ist, sobald man das Hauptprinzip der H. begriffen hat. Dieses Prinzip geht von dem Dogma aus, daß jedes Heilmittel im gesunden Körper eine Krankheit hervorrufe, wie solche auch selbständig entstehen kann, und daß es darauf ankomme, eine jede Krankheit durch das ihr ähnliche (homoios) Mittel (similia similibus) zu bekämpfen. Es würde zu weit führen, das mystische, überall den Erfahrungen der Chemie, Physik und Pathologie widersprechende System, das, anstatt auf Beobachtungen, auf gänzlich unbewiesenen Glaubenssätzen aufgebaut ist, hier auszuführen, zumal eine treue Wiedergabe bei den vielfachen Änderungen, welche die H. täglich erfährt, ganz unmöglich wäre. Das philosophische Beiwerk ist auch nicht von so großer praktischer Bedeutung wie die Heilmethode selbst. Hier steht obenan wiederum ein Satz, der so aller täglichen Erfahrung widerstreitet, daß wohl nur das unbegreiflich Paradoxe viele gläubige Menschen fesseln mag; er lautet: „Je geringer die Dosis der Arznei, um so größer die Wirkung!“ Wer diesen Glaubensartikel auf die tägliche Nahrung ausdehnte, würde wohl bald bekehrt werden; allein die H. treibt mit ihm einen eigentümlichen Kultus: „Durch anhaltendes Schütteln und Reiben wird die Wirkung der Arzneien am meisten verstärkt und zwar bis zu völliger Auflösung des arzneilichen Stoffes zu lauter arzneilichem Geiste. Dies geht so weit, daß selbst solche Substanzen, die im rohen Zustand gar keine arzneiliche Wirksamkeit haben, wie Blattgold, Blattsilber, Kohle, je länger sie gerieben und verdünnt werden mit und durch unarzneiliche (also unarzneiliche mit unarzneilichen) Substanzen, um so höhere arzneiliche Kraft entwickeln. So wirkt z. B. das Gold in der 12. Verdünnung so stark, daß bloßes Daranriechen schon hinreicht, die zum Selbstmord treibende Melancholie in einer Stunde zu vernichten und volle Liebe zum Leben zurückzurufen.“

Nichts wirklich Neues, wird sich der geneigte PsiramBlog-Leser sagen. Und tatsächlich ist das nicht neu – sondern altes Wissen. Es steht in Meyers Konversationslexikon, Vierte Auflage, 1885-1892.

Besonders gut hat uns dieser Satz gefallen:

Diese Probe dürfte ausreichen, um zu zeigen, daß die H. dem gesunden Verstand mehr als dem kranken Körper zumutet, und es ist bedauerlich, daß aus Mangel an Kritik die H. von vielen Dilettanten und Dilettantinnen selbst in Fällen betrieben wird, bei denen im Vertrauen auf die Zuckerkügelchen die rechtzeitige ärztliche Hilfe verabsäumt wird.

(Mit Dank an Kommentator „turtle of doom“ in pharmamas Blog für den Hinweis auf Retrobib und PsiramforistIn Susanna für den Tipp)

 

Neues von der Ministerin für Homöopathie

6. Mai 2013 39 Kommentare

Frau Ministerin Barbara Steffens (unsere Leser werden sich erinnern) hat sich am 06.03.2013 bei abgeordnetenwatch.de grundsätzlich zu den Fragen von Stephan Dörner geäußert:

  • Begründet sich Ihre Überzeugung, dass Homöopathie politisch gefördert werden sollte, auf mehr als Anekdoten?
  • Kennen Sie die Arbeit von Prof. Edzard Ernst und anderen, die sich wissenschaftlich mit der Homöopathie befasst haben?
  • Setzen Sie sich für eine Reform ein, damit auch „alternativmedizinische“ Präparate ihre über die Wirksamkeit eines Placebos hinausgehenden Wirkung in Doppelblindtests beweisen müssen?

Steffens geht auf die Fragen nicht direkt ein. Man sollte ihr das nicht übel nehmen; das gilt ja in der Politik durchaus nicht als schlechter Stil. Dennoch greifen wir das Gespräch noch einmal auf (die folgenden Zitate sind ihrer Antwort entnommen): Mehr…

Astral quantenbeschränkt: Schon wieder Homöopathie. Sorry.

1. Mai 2013 10 Kommentare

ein Post des Foristen ajki, den wir als Blog gerne etwas prominenter wiederholen möchten.

Im Prinzip ist zu Homöopathie  seit Jahrzehnten alles Notwendige gesagt – und im Unterschied zu anderen Themen auch schon von praktisch jedem (doppelt und dreifach). Theoretisch könnte man es also zugunsten des allgemeinen Wohlbefindens dabei belassen, wie es eben derzeit ist: landauf, landab können sich Konsumenten bergeweise mit Kügelchen beliebiger Art und Form eindecken und/oder bei einem reichhaltigen Dienstleistungsangebot an Schamanen, Heilpraktikern, Therapeuten, Ärzten, Instituten und Kliniken ein Rundum-Sorglospaket an strikt (neben-)wirkungsfreien Produkten einkaufen. Und wenn tatsächlich mal was schiefgeht, steht ein machtvoller Apparat an EBM-Hilfe unmittelbar zur Verfügung. Alles ist bestens: das BIP wird auch durch Wundermittel wirkungsvoll gesteigert, solange die Wunderwaren und -dienstleistungen genügend bepreist sind (das zumindest steht ohnehin völlig außer Frage) und selbst die Doppelnamen-Oberstudienrätin (gesch., selbstverständlich) sollte sich eigentlich mit dem erreichten Stand der Dinge zufrieden geben können. Mehr…

Homöopathie ist Irrtum

7. April 2013 67 Kommentare

Ein Gastbeitrag von Dr. med. Wolfgang Vahle, zuerst erschienen in Novo 68/67. Leider ist der Artikel immer noch aktuell, und wir möchten ihn aufgrund der ausführlichen Analyse einfach nochmal wiederholen – er ist es wert.

Mit nachfolgendem Text wage ich den Versuch, möglichst vielschichtig zu belegen, warum die Homöopathie von der wissenschaftlichen Medizin nicht anerkannt und als „Irrlehre“ bezeichnet wird.

Geschichte der Homöopathie
Die Homöopathie wurde vor ca. 200 von Samuel Hahnemann eingeführt in dem Bemühen, die Nebenwirkungen der damals verwendeten Medikamente („Drastika“!) zu beseitigen. Er erfand eine neue Lehre, die er auf seine Beobachtung stützte. Seine Lehre beinhaltet zwei wesentliche Lehrsätze: erstens: Krankheiten werden durch Medikamente geheilt, die ähnliche Symptome hervorrufen wie die Krankheit selbst und zweitens: die Wirkung der Medikamente wird durch Verdünnen (Hahnemann nennt das „Potenzieren“) verstärkt.

In der Tat ist die Homöopathie nebenwirkungsfrei. Sie ist allerdings auch wirkungsfrei! Mehr…