2011 war ein unglaublich erfolgreiches Jahr für Wahrsager. Einfach sensationell. Hier ein paar der Highlights aus der wunderbaren Welt ohne Schwerkraft:
Wie Harold Camping vorhergesagt hat, fand der Weltuntergang statt, und nicht nur einmal, nein: sogar zweimal! Ob er für nächstes Jahr auch wieder einen sieht oder ist ihm da zu viel Konkurrenz?
Die in den USA sehr bekannte “Psychic Nikki” wußte ebenso zu glänzen. Terroristen haben Toronto angegriffen und die Themse vergiftet, Miami wurde von einem Hurrikan ausgelöscht und die Mona Lisa wurde gestohlen. Die Treffsicherheit treibt einem vor -äh Ehrfurcht fast die Tränen in die Augen.
Der amerikanische Wahrsager LaMont Hamilton hat auch einige atemberaubend treffsichere Voraussagen gelandet. Die Revolution in Kuba im Sommer, die vielen Terroranschläge auf Kreuzschiffe und auf den Eiffelturm und vor allem: “Debate over Creation Theory vs. Evolution will find both are partially right.” Eine überzeugende Demonstration wahrhaft überragender mentaler Kräfte!
Sidney Friedman hat klar und deutlich vorhergesehen, dass Lady Gaga Dozentin an einer Universität wird, Craig und Jane Hamilton-Parker die furchtbare nukleare Katastrophe in Indien, die französische Astrologin Elisabeth Teissier hat Strauss-Kahn “ein geniales Jahr” bescheinigt.
Die “Psychic Twins” Terry und Linda Jamison haben vorhergesagt, dass Obama 2011(!) nicht wiedergewählt wird. Eine beachtliche Leistung.
Wenn man Alamongordo glauben darf, so liegt die Kirche 2011-2012 in ihren letzten Zügen, genau wie Papst Benedikt. Wie verläßlich Alamongordos Prophezeiungen sind, sieht man allein schon daran, dass er das verheerende Beben 2011 in der westlichen Hemisphäre gesehen hat.
Was dieses Jahr wieder alles passiert ist. Und keiner hat es gemerkt. Wenigstens gab es in dieser Parallelwelt kein Fukushima, aber auch keinen Arabischen Frühling …
Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist: mehr dazu findet man bei der GWUP und natürlich beim herrlichen Wahrsagercheck! Die verlinkten Seiten der Wahrsager haben aber auch einen enorm hohen Unterhaltungswert.
Und für 16 Uhr am 31. Dezember 2011 ist noch einmal Spannung zu erwarten. Vor 37 Jahren hat ein damals Fünfjähriger die Zerstörung des Bhumibol Damms in Thailand vorausgesagt, was dort dieser Tage fast panische Reaktionen ausgelöst hat. Die Spannung ist fast unerträglich: Wird Thailand morgen völlig zerstört werden?
In Hongkong wurden vor Weihnachten in einer Ruckzuck-Aktion 17.000 Hühner geschlachtet.
Warum? Weil ein einziges totes Huhn positiv auf den Vogelgrippe-Virus H5N1 (eine schöne Erklärung, was dieser Code eigentlich bedeutet, findet man hier) getestet wurde. Die Einfuhr von lebenden Hühnern wurde für 3 Wochen untersagt, der Markt um den Bereich, wo das tote Huhn gefunden wurde, einstweilig geschlossen. Eine Grippewarnung wurde ausgegeben, Krankenhäuser sind angehalten, auf Influenzakranke zu achten. Vor Weihnachten hat Hongkong den Hühnermarkt praktisch zum Erliegen gebracht. Mehr…
Angeregt durch einen Kommentar zu unserem Siegelwettbewerb, der übrigens noch läuft und bereits 16 Bilder enthält (the more the merrier!), aber auch durch die Diskussion zu den Piraten, die die ungute Scherler-Geschichte an der Backe haben, hier ein paar Gedanken dazu.
Wir halten es mit Voltaire und eines der schönsten Zitate, das ihm fälschlicherweise oft zugeschrieben wird, ist wohl:
“Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen.”
Wir sind im Sinne Voltaires durchaus der Ansicht, dass jeder Mensch seine Meinung frei äußern können muss. Das ist ein Recht, das hart erarbeitet wurde, das wir nicht gefährden und mit Zähnen und Klauen verteidigen müssen.
Aber(!) man hat kein Recht auf seine eigene Wirklichkeit.
Realität ist das, was nicht verschwindet, wenn man aufhört daran zu glauben
Die Gravitation macht keine Ausnahmen, nur weil man heute mal nicht so in Stimmung ist. Man kann zwar Daten unterschiedlich interpretieren oder zu den Auswirkungen von Eigenschaften der Realität wiederum Meinungen haben, aber damit halten sich viele von unserer Stammkundschaft nicht auf.
Es werden fröhlich Dinge behauptet, ohne Scham werden Meinungen verbreitet, die erwiesenen Fakten völlig widersprechen. Es wird oft nicht einmal an der Wirklichkeit entlanggeschrammt, sondern gleich mit Warp 9 zum Todesstern geflogen.
Wenn nun eine Meinung durch Fakten nicht gedeckt wird oder diesen sogar widerspricht, wenn damit, wie es in der Medizin so häufig ist, Menschenleben gefährdet werden, dann sind wir ebenso wie Voltaire der Meinung, dass man solchen Unsinn auf das Schärfste kritisieren und verdammen sollte.
Nicht umsonst hat sich Voltaire in seinen Büchern mit beißendem Spott über Religion, Adel, Krieg, Sklaverei, Aberglauben, unrealistische Vorstellungen und einiges mehr lustig gemacht. Auch die Ärzteschaft seiner Zeit, die tatsächlich mehr Quacksalber als Heiler waren, verspottete er.
Mit der Eloquenz eines Voltaire können wir uns zwar nicht messen, aber im Geiste dieser Philosophie versuchen wir zu handeln.
Wer hanebüchenen (heutzutage gilt als Synonym vielleicht auch hahnemannschen) Unsinn von sich gibt, wird von uns kritisiert werden. Und im Gegenzug erwarten wir uns auch, ebenso kritisiert zu werden.
Kritik ist etwas gutes, etwas befruchtendes. Natürlich nur, wenn sie wie oben angesprochen auf der Fakten, der Realität, basiert. Fürchten muss Kritik nur der Gläubige; der Skeptiker, der Wissenschaftler, wird immer danach streben die Kritk anzunehmen und seine Sicht der Wirklichkeit anzupassen.
Edit: “fälschlicherweise” zum Zwecke der Klarheit ergänzt. (Siehe Kommentare)
Dieser Artikel wurde am 17.12.2011 bereits bei den Ruhrbaronen veröffentlicht. Wir bedanken uns für die freundliche Möglichkeit zur Übernahme.
Rudolf Steiner um 1905 “Scharlatan und größenwahnsinniger Sektenführer” (Quelle: Wikipedia)
Die „Techniker Krankenkasse“ (TK) will ab 1. Januar 2012 die Kosten für homöopathische, pflanzenheilkundliche und anthroposophische Medikamente erstatten. Gastautor Martin Ballaschk kommentiert die Entscheidung. Mehr…
Allgemein empfehlen wir das (frei erhältliche) Buch “Testing Treatments”, das einige der angesprochenen Themen und weitere thematisiert. Es enthält viele interessante Betrachtungen. Eine deutsche Übersetzung der ersten Ausgabe von 2006 enthält die meisten der grundsätzlichen Punkte.
Im Wesentlichen sind uns folgende grobe Punkte eingefallen:
In den kommenden Jahren wird Deutschland mehr ausgebildetes medizinisches Personal benötigen. Ein Ärztemangel ist zu erwarten.
Heilpraktiker haben aus unserer Sicht großes Potential, die Situation zu entlasten. Damit dies sinnvoll geschehen kann, ist im ersten Schritt eine Normierung der Ausbildung erforderlich. Heilpraktiker haben heute kaum Behandlungsrechte, da ihre Ausbildung beliebig schlecht sein kann. Viele wenden sich daher “Schwurbelmethoden” zu.
Um eine zügige Verbesserung zu erreichen, sollte Heilpraktikern eine Anzahl im Detail zu definierender Kurse angeboten werden, deren Absolvierung im Gegenzug schrittweise durch Kassen und Ämter abgeglichene Behandlungs-/Versorgungsrechte einräumen. Als Beispiele kämen folgende Punkte in Frage:
Impfberatungen und Durchführung von Schulimpfungen wie Beratung/Aufklärung der Eltern (Vor/Nach-)Betreuung bei Krankenhausaufenthalten Durchführung der Anamnese (Wikipedia: Anamnese) Diätberatung Betreuung chronischer Erkrankungen usw.
Selbstverständlich sind langfristig grundlegende Kurse sowie Weiterbildung Pflicht. Weiterbildungspunkte für nicht SBM- oder EBM-basierenden Unfug sind nicht akzeptabel. (Diese Forderung ist nicht heilpraktikerspezifisch und sollte für alle Bereiche und Universitäten gelten.)
Implementierung eines Pilotversuchs eines “Health Impact Fund”
Das Gesundheitssystem leidet unter dem fundamentalen Problem, dass Pharmafirmen ihren Gewinn aus dem möglichst teuren Verkauf von möglichst vielen Medikamenten ziehen. Sie sind wie alle Firmen ihren Anteilseignern verpflichtet, den maximal möglichen Gewinn zu erwirtschaften.
Im Gesundheitsbereich hat dies jedoch im Gegensatz zu vielen anderen Industrien erhebliche ethische Konsequenzen. Das Konzept der Gewinnmaximierung, Patente und Klagen, Marketingausgaben, die doppelt so hoch sind wie Forschungsausgaben, Einflussnahme auf Ärzte, … schadet der Gesundheitsversorgung von uns allen.
Die Idee des Health Impact Fund könnte viele Probleme des aktuellen Systems lösen. Es gibt natürlich auch Kritik. Es wäre notwendig, dieses Konzept in einem Pilotversuch zu testen. Die Idee wird weltweit bereits von namhaften Wissenschaftlern, Medizinern und Ökonomen, sowie auch einigen Abgeordneten der SPD unterstützt. Ein Antrag im Deutschen Bundestag legt die Idee auf Deutsch dar, das folgende TED Video ebenso:
(Leider zur Zeit keine Übersetzungen verfügbar)
Forschungsförderung an Universitäten unter einer Open Data/Open Science Klausel
Forschung an Universitäten sollte, da von unseren Steuergeldern finanziert, frei zugänglich und frei publiziert sein. Ideal wäre natürlich eine freie Veröffentlichung jeglicher Forschungsergebnisse, aber dies würde die Zusammenarbeit mit Privatfirmen verhindern. Universitäten müssen die Möglichkeit zur Vermarktung oder zur Kooperation mit Firmen haben. Dazu müssen Hybridmodelle geschaffen werden. Uns ist klar, dass die Schaffung solcher Modelle kein triviales Problem ist; hier müssen verschiedene Modelle in der Praxis evaluiert werden (z.B. könnte ein Prozentsatz der Forschungsgelder für “unfreie” Forschung zur Verfügung stehen).
Immens wichtig erscheint uns auch die Forderung nach Veröffentlichung von jeglicher gescheiterter Forschung. Unangenehme Ergebnisse dürfen nicht in der Schublade verschwinden. Dem Problem der Publikationsbias muss Einhalt geboten werden.
Entlastung bei den bürokratischen Anforderungen an Ärzte. Die bürokratischen Anforderungen an Ärzte sollten optimiert werden, zum einen durch die Überprüfung der Sinnhaftigkeit, zum anderen durch Delegation restlicher Anforderungen (viele Kliniken machen das jetzt schon).
Schließung von rechtsfreien Räumen in Bezug auf Quacksalberei unter Ärzten
Wenn einige Ärzte und Quacksalber rechtsfreie Räume nützen können, um Patienten über Jahre finanziell auszusaugen und ins Grab zu bringen (Klehr), ist etwas faul im Staate Deutschland. Diese rechtsfreien Räume sollten durch Definition und Implementierung klarer Zuständigkeiten geschlossen werden.
Wir hoffen, dass diese Ideen für die weitere Diskussion brauchbar und befruchtend sind. Frohe Weihnachten und Mast- und Schotbruch im Neuen Jahr!
Nachdem der englische Fernsehsender ITV beschlossen hat, einen Song von Tim Minchin aus einer Show zu schneiden, ist der ziemlich angepisst. Er wurde vom Gastgeber der Show Jonathan Ross gebeten, bei ihm aufzutreten und hat natürlich gern eingewilligt. Und sogar einen eigenen Song dafür geschrieben. Die Show wird Freitag Abend ausgestrahlt, aber den Song gibt es im englischen Fernsehen nicht zu sehen. Vielleicht schneiden sie zum Ausgleich den Auftritt von Tom Cruise auch raus?
Tim Minchin hat den entsprechenden Ausschnitt auf seinem Youtube Channel zur Verfügung gestellt. ITVs Verlust ist damit unser Gewinn! Wer nun erfahren will, was dem Sender an “WoddyAllenJesus” nicht gefallen hat, muss sich wohl den Clip anschauen! Viel Vergnügen mit dem großartigen Tim Minchin:
Wer sich beim Übergang vom Kleinkindstadium ins Erwachsenenalter nicht von seiner Rassel trennen mag, findet bei der Riege der Wasser-Energetisierer adäquates Spielzeug: die VitaJuwel-Phiolen, eine Handvoll Geröll im Glasschwengel zum Umrühren oder Reinhängen.
Angeblicher Nutzen:
- Deutliche Verbesserung der Leitungswasserqualität - Neutralisierung von Schadstoffinformationen - Verbesserung des pH-Wertes und des Sauerstoffgehaltes - Erhöhung der Bioverfügbarkeit der Mineralien - Steigerung der Energiebilanz - Zunahme der Vitalkräfte - Erhöhung der Löslichkeit von Mineralien - Bessere Versorgung mit Spurenelementen u. Mineralien - Gute Annäherung an Quellwasserqualität - Hohe biologische Wertigkeit
So das Gutachen, das als pdf mitgeliefert wird. Ersteller des Gutachtens ist übrigens die Firma Hagalis AG, wer sonst.
Die VitaJuwel-Masche ist die Konsequenz aus einem kleinen, völlig unbedeutenden Flüchtigkeitsfehler der Edelsteinwasser-Gemeinde: manche Mineralien haben die unangenehme Eigenschaft, Schwermetallsalze an das Wasser abzugeben. Die beliebten Malachite, Azurite und Türkise beispielsweise geben Kupfer ab, Pyrit reichert seine feuchte Umgebung mit Mangan und Nickel an. Nun ist das ein Problem, aber kein unlösbares, wenn man in einer Welt lebt, in der irgendwie alles geht. Packt man die bunten Steinchen in ein wasserdichtes Glasbehältnis, bleibt das Wasser unbelastet. Und die Energie, die da fluktuieren soll, definiert man flugs so, dass sie sich an dem bißchen Glas nicht mehr stört. Fertig ist das VitaJuwel-Patent.
Die Preise, die für diesen ebenso schönen wie von jedem Nutzen befreiten Gaga-Artikel aufgerufen werden, reichen je nach Füllung bis über 200 €. Selbst bei Amazon kann man solche Scherzartikel kaufen. Die Energiedröhnung beschränkt sich aber nicht auf ödes Wasser: packt man ein Fläschchen Rotwein dazu, geht es selbst mit einer Billigfüllung an die 100 € – Schallmauer heran und damit in den Bereich eines Cru Classé aus dem Medoc eines jüngeren Jahrgangs.
Der Rotwein nennt sich übrigens „Infinitum“, ist ein Sangiovese Riserva von den Colli d’Imola und stammt aus der Cantina Zuffa in der Emilia-Romagna – keine übermäßig renommierte Anbauzone, traditionell erzeugt man in der Gegend Lambrusco. Das Weinchen kann man im Fachhandel auch ohne Edelsteinrassel bestellen, da kostet er nur gut 75 €, im Sechserkarton.
Gefährliche Sinnsuche Wenn Esoterik abhängig macht
Der Sinn des Lebens – viele Menschen sind auf der Suche danach, besonders jetzt vor Weihnachten. Das Geschäft mit dem Übersinnlichen boomt. Doch wie gefährlich sind die Angebote der vermeintlichen Heilsbringer?
Klangschalenmassage, Aura-Diagnose, Lichtarbeit. Das Angebot ist riesig. Auf Messen und im Internet bieten selbsternannte Geistheiler und Schamanen ihre Dienste an. Sie versprechen spirituelle Lebenshilfe und Erleuchtung. Und viele Menschen, die den Glauben an Gott oder die Kirche verloren haben, aber Halt und einen tieferen Sinn im Leben suchen, spricht genau das an. …
Das Jahr geht zur Neige und wir dachten uns, wir bringen ein paar aufmunternde Zahlen von der Front gegen die Kinderlähmung. Diese schreckliche Seuche, die einmal eine der gefürchtetsten Krankheiten des letzten Jahrhunderts war, hat zahllose Menschen verkrüppelt, getötet und viele ihr Leben lang in die “Eiserne Lunge” eingekerkert. Heute ist sie bei uns praktisch unbekannt, ausgelöscht. Die letzten Fälle liegen lange zurück. Sie tritt nur mehr in wenigen armen und unsicheren Ländern auf.
Und auch dort, sieht es vielversprechend aus. Laut dem Monthly Report vom Oktober stehen wir in diesem Jahr bei 429 Fällen, 40% weniger als zur gleichen Zeit des Vorjahrs. Indien hatte seit 8 Monaten keinen Fall.
Der Aufwand, die Krankheit auszurotten ist titanisch, wie Bruce Aylward im nachfolgenden Video vermittelt, aber so nahe dran wie heute war man noch nie. Wir haben die Krankheit im Würgegriff, so wie sie die Menschheit im Würgegriff hatte. Aber das bedeutet nicht, dass man in diesem Kampf nachlassen darf! Wir müssen für dieses Projekt weiter ein offenes Ohr haben und vielleicht wird die Kinderlähmung die zweite Krankheit nach den Pocken der wir den Garaus machen.
Hören Sie sich Bruce Aylward an, Chef des Programms der WHO zur Auslöschung der Kinderlähmung, in einem fantastischen und inspirierenden Video:
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